Matt Corby

Corby ist erst 25 Jahre alt. Er wuchs in Sydney auf und wurde schon früh vom Gospel der Kirche und seiner darauffolgenden Liebe zu Crosby, Stills, Nash und Young beeinflusst. Insbesondere der Gospel Song „His Eye is on the Sparrow“ entfachte seine Leidenschaft für Musik. Auf seinem Weg wurde er durch bemerkenswerte und profane Lebensabschnitte gleichermaßen geprägt: Er tourte mit einer Kirchen-Band, er arbeitete in der U-Bahn, er erkämpfte sich musikalische Stipendien und Support-Auftritte – bis ihn ein künstlerischer Tiefpunkt einholte. Er stand kurz davor seinen Traum von der Musik aufzugeben. Es brauchte einen Trip nach London, kurz nach seinem 18. Geburtstag, um den Weg zurück zur kreativen Zufriedenheit zu finden. Er spielte kleine Shows, verliebte sich aufs Neue in die Musik und traf sich in der britischen Metropole mit dem Label „Communion“. Bei welchem bereits andere Größen wie „Ben Howard“, „Marcus Foster“ und „The Staves“ ein Zuhause gefunden haben.

„Zunächst war ich nur ein Sänger“, erklärt Colby. „Ich konnte immer singen, was ich wollte, aber ich war kein echter Texter. Erst als ich älter wurde lernte ich die Macht dieser Kunst und wie ein guter Song Menschen berühren kann. Ich glaube meine Zusammenarbeit mit ‚Communion‘ veränderte ganz stark meine Beziehung zum Songwriting, ganz einfach weil ich die anderen Künstler des Labels beobachten konnte.“ Nachdem er in Großbritannien für „Communion“ die „Colour“ EP aufgenommen hatte, ging Colby zurück nach Australien. Kurze Zeit später startete er eine Tour durch Gärten und Hinterhöfe im ganzen Land. „Wir arbeiteten uns die Küste entlang, surften, machten Musik, wurden bekannter und lernten vieles. Am Ende der Tour hatte ich genug Erfahrungen gesammelt, um eine neue EP aufzunehmen.“ Corby ging mit sechs Songs bewaffnet und der Idee für den Song „Brother“ ins Studio. „Ich schrieb diesen Song im Proberaum fertig“, erinnert er sich. „Etwas vergleichbar Episches hatte ich nie geschrieben. Ich hatte das Gefühl ein Risiko einzugehen, indem ich einen so ‚großen’ Song aufnahm. Zuvor hatte ich auch nie wirklich gesungen, wenn ich ins Studio ging. Ich war immer nur am flüstern und versteckte dadurch, wie gut ich wirklich singen kann.“ Wenn es einen Titel gibt, der nicht nur Corby’s außergewöhnliche Stimme, sondern auch die Entschlossenheit und die Schwierigkeiten einfängt, die Corby zu seiner Musiker-Karriere motivierten, dann ist es mit Sicherheit „Brother“. Hier vereint er Wolfs-Geheul, Falsett-Gesang und pure, herzzerreißende Sehnsucht. „Als dieser Song veröffentlicht wurde, dachte ich mir, entweder funktioniert dieser Song oder gar keiner“, sagt Colby heute. Der Song wurde schnell durch die kultisch verehrte, australische Radio-Station Triple J aufgegriffen und wurde noch größer durch eine für den Sender performte Akustik-Session, die heute bereits als legendär gilt. Bis zu diesem Tag erreichte die Brother EP in Australien fünfmal Platin und sicherte ihm (hinter den Black Keys und Gotye) in seiner Heimat den dritten Platz in der Liste der 100 besten Songs des Jahres. Am Spannendsten ist, dass auch diese EP nur andeutet, wie viel Talent tatsächlich in Corby steckt. Er spricht von Selbstvertrauen, welches durch den Erfolg seiner EP gestärkt wurde, über seine Freude seiner neuen Heimat Atlantic Records und wie viel mehr Spaß ihm das Songwriting seitdem macht. „Das ist eine physische Sache – die Leute bekommen eine Verbindung zu deinem Herzen und deinem Seelenleben geschenkt“, sagt er mit einer Hand auf der Brust. „Irgendwas hier drinnen fühlt diese Verbindung, diese Wärme…dieses Gefühl bekomme ich, wenn ich etwas Gutes schreibe. Und das macht die ganze Sache für mich so spannend.”

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